Der Fernfahrerstammtisch und die Vernetzung des ländlichen Raumes

Fernfahrerstammtisch

Der Fernfahrerstammtisch hatte am ersten Maimittwoch gleich ein ganzes Team an Referenten eingeladen. Verkehrsverbund Oberlausitz-Niederschlesien GmbH, die Technische Universität Dresden und das Fraunhofer IWU Zittau berichteten über ihre gemeinsame Anstrengung den ländlichen Raum zu vernetzen.


Fernfahrerstammtisch am 6. Mai 2026Der Fernfahrerstammtisch hatte am ersten Maimittwoch gleich ein ganzes Team an Referenten eingeladen. Verkehrsverbund Oberlausitz-Niederschlesien GmbH, die Technische Universität Dresden und das Fraunhofer IWU Zittau berichteten über ihre gemeinsame Anstrengung den ländlichen Raum zu vernetzen.

Maximilian Helbing (TU Dresden) zum Stand des ProjektsHelbing bemerkte, dass für die Weiterentwicklung und Absicherung der automatisierter Fahrfunktionen Erfahrungswerte und damit Daten aus dem realen Betrieb notwendig sind. Speziell die Szenarien im ländlichen Raum, wo die aktuellen Systeme noch nicht gut genug funktionieren, sollen erfasst werden. Daher wurde eine Reihe an zusätzlichen Sensoren verbaut, von GNSS-Navigationssystemen, Kameras mit und ohne Infrarot bis hin zu Laserscannern. Mit ihnen werden jede Woche 21 Terrabyte an Daten gesammelt, die für dieses Projekt ausgewertet, aber auch weltweit zur Unterstützung der weiteren Forschung zur Verfügung gestellt werden.

Das Frauenhofer IWU und die Entwicklung von LeichtbauteilenUm die Sensoren am Fahrzeug verbauen zu können, wurden am Fraunhofer IWU in Zittau die benötigten Fahrzeugteile in Leichtbauweise hergestellt. Dazu wurde der Bus umfangreich gescannt. Die Teile kamen im Anschluss aus einem riesigen 3D-Drucker und wurden aufwendig verarbeitet. Doch auch für das IWU ist das Projekt noch nicht am Ende. Aktuell wird am Design für die Anbauteile geforscht, Anschlusskabel und Stromversorgung sollen noch bis Jahresende in die Leichtbauteile integriert werden. Und auch Probleme mit den wechselnden Außentemperaturen sowie der Luftfeuchte werden angegangen.

Damit sind MO (autonome Mobilität) und LE (Leichtbauweise) von WALEMO erklärt. Fehlt noch das WA. Das WA steht für Wasserstoff als Grundbaustein und die aktuelle Forschung an den Antrieben für die Zukunft. Im Fokus stehen dabei der batterieelektrische, ein Brennstoffzellen- und auch ein Hybridantrieb der mit regenerativ hergestelltem Methanol betrieben wird. Für Letzteren wurden im Rahmen des Projektes drei Patente erfolgreich angemeldet. Vollkommen ergebnisoffen werden die Antriebsformen unter den gegeben Randbedingungen erprobt und bewertet.

Für sich genommen klingt Vieles theoretisch. Aber jeder kann es gern ausprobieren. Bis zum Jahresende ist der WALEMO-Bus zwischen Klitten und dem Bärwalder See unterwegs. Es ist erst einmal gewöhnungsbedürftig in ein Auto zu steigen, das kein Lenkrad hat. Aber der „Fahrer“ der Firma Schmidt-Schwarz, der mitten im Bus steht und die Reise überwacht, selten eingreift, steht gern Rede und Antwort.

Großes Ziel aller Beteiligten ist es, in einem absehbaren Zeitraum dem Bürger im ländlichen Raum ein funktionierendes Angebot anzubieten. Daher wird bereits jetzt an einem Folgeprojekt gearbeitet.