Danke sagen. Das möchte der Verein Gesellschaft Bürger & Polizei e. V. für 25 Jahre Unterstützung auf seinem Weg zu einem toleranten und offenen Umgang miteinander und seinem Beitrag für die polizeiliche Prävention im Landkreis Bautzen.
Der Beginn
Der Dank gilt den Initiatoren, die den Verein im Jahr 2001 gründeten. Eine enge Verzahnung von kommunaler Politik, der Polizei, der Staatsanwaltschaft und der lokalen Sozialarbeit sorgte schnell für einen spürbaren Rückgang illegaler Schmierereien in der Stadt Bautzen und eine hohe Akzeptanz legaler Graffiti-Flächen und auch Verständnis für die Existenz einer Sprayer-Szene in Bautzen. Durch intensive Ermittlungsarbeit wurden Straftaten aufgeklärt und die Straftäter erzieherisch zur Beseitigung ihrer „Werke“ herangezogen. Daher vielen Dank an den Leiter der Polizeidirektion Bautzen sowie später Oberlausitz-Niederschlesien a. D. Wolfgang Gunkel (verstorben in 2021), unseren Präsidenten Wolfgang Gnant, den ehemaligen Oberbürgermeister der Großen Kreisstadt Bautzen Christian Schramm, den kürzlich verstorbenen Landrat a. D. Horst Gallert, den Landrat a. D. Michael Harig und die damaligen Lenker des Steinhaus e. V. Bautzen.
Der Fernfahrerstammtisch
Ebenfalls in die Gründungszeit fällt der erste Fernfahrerstammtisch. Mit Ausnahme von Feiertagen sowie einiger Termine während der Coronazeit findet nach wie vor an jedem ersten Mittwoch im Monat um 18 Uhr auf der Tank- und Rastanlage Oberlausitz Nord ein Stammtisch statt. Polizisten und Verkehrsteilnehmer treffen sich zu unterschiedlichsten Themen und diskutieren auch gern über ihre Sicht auf das Thema Straßenverkehr. Mehr als 250 Stammtische wurden bislang abgehalten. Sie waren Anlass für weitere Initiativen im Bundesgebiet und im europäischen Ausland, aber auch Anstoß für weitere Projekte wie „DocStop“, einen Parcours zur korrekten Spiegeleinstellung von Lkw, das bis 2024 stehende Schneegerüst und weihnachtliche Besuche bei „gestrandeten“ Lkw-Fahrern oder großen Events wie „Teddybär 1-4 im Autobahnrevier“ 2018. Wir danken den Moderatoren Martin Hottinger und Tino Hausdorf, den Gastgeberpächtern an der Tank- und Rastanlage Oberlausitz Nord, den vielen Gastreferenten, den rund 30 Teilnehmern, die jeden Monat dabei sind sowie dem Pool aus inzwischen rund 250 Empfängern der Einladungen, die nach ihren Möglichkeiten mit ihrer Anwesenheit und ihren Fragen und Einwürfen die Fernfahrerstammtische bereichern.
Die Demokratieprojekte
Ebenfalls bis heute erhalten hat sich unser Wirken für ein demokratisches, couragiertes und tolerantes Miteinander. Begonnen hat das Engagement mit einem damals bundesweit einmaligen Projekt, Willige beim Ausstieg aus der rechten Szene zu unterstützen. Der Verein konnte mehreren Dutzend Personen helfen, bis nach wenigen Jahren die Arbeit von Exit übernommen wurde. Der Wunsch einzelner Aussteiger, ihre Geschichte anderen zu vermitteln, um deren Abdriften in die Szene vorzubeugen, ließ uns erste Projekte für Schulen entwickeln. „Alle in einem Boot“ und „Auf dich kommt es an“ sind derzeit zwei der Module, mit denen der Verein jährlich in inzwischen rund 80 Schulklassen Projekte veranstaltet und die stets weiterentwickelt werden. Ein Verständnis aufzubauen, dass Menschen teils große Unterschiede aufweisen können und trotzdem alle den gleichen Wert als Mensch verdienen, ist Ziel in den Grundschulen. Dass Courage nicht vom Charakter abhängt und nicht unbedingt den „lauten“ Menschen vorbehalten ist, vermittelt der Verein in den weiterführenden Klassenstufen. Bei angehenden Erziehern bringen wir wiederum unsere Erfahrungen aus den Projekten rüber. Unser herzliches Dankeschön gilt den qualifizierten und hochengagierten Honorarkräften sowie unserer Projektkoordinatorin Ines Walz. Dankeschön sagen wir auch den jährlich rund 2.000 Schülern in unseren Veranstaltungen sowie den zahlreichen Lehrern und Schulleitern.
Dass der Verein Gesellschaft Bürger & Polizei e. V. in 25 Jahren fortwährend wirken konnte und auch künftig seine Ziele weiter verfolgt, ist möglich, weil nicht zuletzt unsere Mitglieder und Außenstehende Ideen einbringen. Wir sagen Danke, weil wir im Landratsamt Bautzen, der Stadt Bautzen und vielen umliegenden Kommunen Unterstützung erfahren. Wir sagen Danke, weil Kreissparkasse Bautzen, Ostsächsische Sparkasse Dresden und Weltoffenes Sachsen uns die Förderung zukommen lassen, die unsere Arbeit immens unterstützt. Nicht zuletzt sind wir dankbar für Zuweisungen von Staatsanwaltschaft und Gerichten im Rahmen der Einstellung von Strafverfahren. Damit beziehen sie Straftäter erzieherisch in unsere präventive Arbeit ein, ohne deren Taten so viel zeitintensives Ehrenamt vielleicht gar nicht nötig wäre. Und die Zuweisungen helfen unserem Verein, seine Aufgaben kontinuierlich mit hoher Qualität wahrzunehmen.






